Antiepileptika und Psychosomatik

Es wurde mir von fachärztlicher Seite bestätigt, dass eine gesteigerte Reizbarkeit durch die eingenommenen Antiepileptika verursacht werden könne.

Im November 2013 hatte ich – mehr als fünf Jahre nach Erstdiagnose des atypischen Meningeom – zwei generalisierte epileptische Anfälle („Grand mal“). Das EEG zeigt nebst „dysexekutiven Störungen“ eine „erhöhte cerebrale Erregungsbereitschaft“. Seit der Einnahme von „Levebon“ (bekannt auch als „Keppra“, Wirkstoff „Levetiracetam“) in einer aktuellen Tagesdosis von 1250 mg bin ich anfallsfrei und unterziehe mich alle sechs Monate einer neurologischen Kontrolluntersuchung.

Besonders in der ersten Zeit musste ich eine gesteigerte innere Uhruhe wahrnehmen. Da sich meine psychische Stabilität – rund um Zwangsgedanken und Reizbarkeit – in den vergangenen Monaten verschlechtert hat wollte ich einen möglichen Zusammenhänge mit „Levetiracetam“ hinterfragen.

Nebenwirkungen Levebon
(lediglich auszugsweise Wiedergabe lt. gl-pharma.at)

Sehr häufig:

  • Schläfrigkeit, Kopfschmerzen

Häufig:

  • Depression, Angst, Feindseeligkeit oder Agression, Schlaflosigkeit, Nervosität oder Reizbarkeit
  • Schwindel, Krämpfe, Gleichgewichtsstörungen, Mangel an Energie und Begeisterungsfähigkeit (Lethargie), Tremor
  • Schwächegefühl, Müdigkeit

Gelegentlich:

  • Psychische Störungen, Suizidversuch und Suzidgedanken, emotionale Instabilität
  • Beeinträchtigung des Gedächtnisses, Aufmerksamkeitsstörungen

Einzelne der angeführten Nebenwirkungen traten in meinem Fall durchaus auf – wenngleich ich mir manches nicht immer eingestehen will …

Der behandelnde Facharzt für Neurologie hatte mir erklärt, dass der Wirkstoff noch relativ geringe Nebenwirkungen aufweist. Andere Antipepileptika würden zwar die Reizbarkeit möglicherweise nicht in dieser Form verursachen, könnten aber andere unschöne Begleiterscheinungen mit sich bringen. Letztlich muss man berücksichtigen, dass jeder Mensch auf ein Medikament unterschiedlich reagieren kann und ein kontinuierlicher Therapieverlauf auch wichtig ist. .

Es besteht aber auch der begründete Verdacht, dass die innerliche Reizbarkeit in meinem Fall bereits gegeben war und vielleicht durch das Medikament lediglich verstärkt wurde. Ich bin mir gar nicht mal so sicher, wieviele Menschen in meinem persönlichen Umfeld überhaupt bestätigen würden, dass ich in den letzten Monaten gereizter bin als zuvor. Das hängt wiederrum damit zusammen, dass ich seit jeher nicht bereit oder auch nicht in der Lage bin den Mitmenschen allzu tiefe Einblicke in meine emotionale Gedankenwelt zu gewähren. Ich denke schon, dass es manchen aufgefallen sein wird dass ich zuletzt nicht immer bei bester Laune war. Dies wurde von mir aber wohl noch ganz gut überspielt und der Umstand dann  darauf zurückgeführt, dass ich einfach keinen „guten Tag“ hatte. Ich möchte meinen Mitmenschen keinen Vorwurf machen, denn aus einer Selbstbeobachtung heraus kenne ich die Ursache für so manche Mißinterpretation meiner Person nur allzu gut.

Es fällt mir nicht leicht zu beschreiben, wie sich die Reizbarkeit bei mir bemerkbar macht – versuchen möchte ich es dennoch. In den meisten Fällen sind es vermeintliche Kleinigkeiten, die mich sprichwörtlich formuliert „auf die Palme“ bringen.  Es mag schon auch an einer versteckten – zugleich aber auch stark ausgeprägten – Sensibilität liegen, dass ich im Alltag immer mehr  negative Botschaften und Selbstverliebtheiten wahrnehme. Darüberhinaus belastet mich das Lamentieren  wahrscheinlich auch deshalb, weil ich meine eigenen Sorgen selten zur Sprache bringe. Auch wenn sich die Agressionen der anderen nicht unmittelbar gegen mich richten müssen macht mich dieser Umstand selbst agressiv – ohne dass ich aber in der Lage bin, es nach außen tragen zu können. Diese von mir niedergeschriebene Zeilen waren jetzt vielleicht etwas verwirrend – aber besser ist es mir leider nicht gelungen …

PFL

 

 

 

 

Ein Kommentar

  • Hallo Peter,

    du hast heute einen tiefer Einblick in dein Seelenleben gewährt. Man vermag nun ein wenig zu ahnen, was dir bisweilen zu schaffen macht…
    Ein wenig kürzer treten (wie du es selber formulierst) könnte deiner angespannten Seele durchaus Linderung verschaffen… Ich wünsche es dir!

    lg Silvia

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