Im Herzen noch immer kein Techniker – Ansichtssache

Im Juni 2004 hatte ich unter dem Titel „Im Herzen kein Techniker“ in der „Ansichtssache“ von meiner beruflichen Vergangenheit erzählt. Ich war zum damaligen Zeitpunkt seit rund 15 Jahren in verschiedenen Unternehmen und Aufgabenbereichen der Informationstechnologie tätig gewesen. Den Anstoß für den Artikel gab mir offenbar ein inneres Bedürfnis, welches darin bestand einige Betrachtungen über mein Verhältnis zu der Branche und meiner eigenen Berufslaufbahn niederzuschreiben.

Knapp acht Jahre später hat sich an meiner Sichtweise wohl nicht allzu viel geändert, doch möchte ich heute dennoch versuchen das Thema neu aufzurollen. Wollen wir in etwa dort fortsetzen, wo der Artikel aus dem Jahr 2004 geendet hat. Seit 1997 war ich in der IT-Tochter eines internationalen Konzernes beschäftigt und überwiegend mit der Systemadministration von Client-/Serversystemen betraut. Im vorigen Jahr bin ich dann durch eine Teilbetriebsausgliederung zum Mitarbeiter eines „Big Player“ geworden, wo mich mittelfristig auch ein neues Aufgabengebiet erwarten wird.

Ich war mir dessen stets bewusst, dass eine Betriebszugehörigkeit von nahezu 15 Jahren in der heutigen Arbeitswelt nicht als Selbstverständlichkeit zu sehen ist. Es gibt aber natürlich – gerade auch in der IT-Branche – Menschen, die stets die berufliche Veränderung suchen und allzu viel Kontinuität für sich selbst als Stillstand interpretieren würden. Ein solches Denken kann zwar, muss aber keinesfalls aus reinen Karrierebestrebungen erwachsen. Ich möchte mich dieser Sichtweise auch gar nicht verschließen und bewundere sie manchmal sogar. Ich weiß aber auch, dass eine solche Agitation für mich selbst nicht vorteilhaft wäre. Ich würde mich zwar gewiß nicht als veränderungsunwilligen Menschen bezeichnen, kann aber dennoch persönliche Defizite im Umgang mit einem gänzlich neuen Umfeld nicht ganz verbergen. Mein Ziel sollte darin bestehen den goldenen Mittelweg zu wählen…

Auch wenn der PC in meiner Freizeit durchaus eine Rolle spielen mag sehe ich darin keinen unmittelbaren Zusammenhang mit meiner beruflichen Tätigkeit. Als computersüchtigen Freak hat mich bestimmt nie jemand gesehen und der PC hat wohl schon längst den Einzug in die Wohnzimmer gehalten. Letztlich wird der private PC zumeist für Multimedia, Unterhaltung und Kommunikation eingesetzt, was eigentlich nichts oder zumindest nicht viel mit der dahintersteckenden Technik zutun hat. Die Neuerungen und Innovationen der IT-Branche verfolge ich aus beruflichen wie privaten Interesse, aber auch aus Neugierde – doch lässt sich daraus bestimmt keine Leidenschaft ableiten.

Abschließend möchte ich auf den Titel des heutigen Artikels kurz eingehen, demnach ich mich nicht als Techniker sehen würde. Das leicht ironisch formulierte Bekenntnis „Im Herzen noch immer kein Techniker“ soll aber auch nicht heißen, dass ich jemals versucht hätte ein solcher zu werden. Einerseits vertrete ich ohnehin die Meinung, dass die althergebrachte Definition in Techniker, Kaufleute und dergleichen mit der heutigen Berufswelt keinesfalls mehr standhält. Dennoch bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht in der Gedankenwelt mancher Mitmenschen, denen ich vielleicht schon bei einem PC-Problem aushelfen konnte, insgeheim den Status des PC-Technikers verliehen bekam.

„Warum verwehrst du dich denn eigentlich so gegen den Begriff des Techniker?“, fragte mich mal ein Bekannter. Nicht, dass ihr mich jetzt falsch versteht, liebe Leser. Warum ich mich, wie es mein Bekannter formulierte gegen diesen Begriff verwehre, liegt schlicht und einfach daran dass ich mich nicht gerne mit fremden Federn schmücken möchte.

Meine Qualifikation im IT Sektor soll dadurch keinesfalls in Frage gestellt werden, doch sehe ich meine Stärken vielmehr im organisatorischen als im rein technischen Bereich. Daraus ergibt sich selbstverständlich auch kein Widerspruch zu meiner beruflichen Tätigkeit, in der ich natürlich auch nach Möglichkeit immer danach trachten werde meine Stärken umzusetzen. Eine Tätigkeit als Systementwickler habe ich nie angestrebt, da sie aus meiner tiefsten Überzeugung nicht meiner Befähigung entsprechen würde.

Pedro

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