2020 – Reflexion

Es braucht bestimmt keine Propheten.
Um bereits heute vorhersagen zu können.
Dass das Jahr 2020 unter den Eindrücken.
Des Coronavirus in die Geschichte eingehen wird.
Manche von uns wären schon gerne ein Jahr älter.
Um zu wissen, wie die Sache verlaufen ist.
Selbst begegne ich dieser Herausforderung.
Mit größtmöglicher Zuversicht und Optimismus.
Was mir schon oftmals weitergeholfen hat …

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen.
Dass Covid-19 in diese Zeilen gar nicht einfließt.
Wollte ich doch vielmehr meinen persönlichen Bezug.
Zu dem noch relativ jungen Jahr 2020 hinterfragen.
Eine runde Jahreszahl vermittelt einen gewissen Glanz.
Wenngleich dieser bestenfalls oberflächlich besteht.
Denn so manche Jahrestage und Jubiläen.
Ergeben sich zumeist losgelöst davon.

Jahrestage und Jubiläen.
Damit wäre ich auch schon beim Thema angelangt.
Beide Begriffe werden in der Regel positiv assoziiert.
Wir feiern Geburtstage und erfreuliche Anlässe.
Aber in unserem Lebenskalender finden sich.
Stets auch Jahrestage, welche wir zwar nicht feiern.
Die unsere Gefühlswelt aber möglicherweise.
Anders und weitaus stärker bewegen können.

Beinahe auf den Tag genau liegt es zwölf Jahre zurück.
Dass bei mir ein Hirntumor diagnostiziert wurde.
Nach mehrfachen OP’s und Strahlentherapien.
Darf ich mit dem Verlauf durchaus zufrieden sein.
Kann beim besten Willen aber nicht ganz ausblenden.
Dass die zwölf Jahre nicht unproblematisch verliefen.
So manche dauerhaften Einschränkungen hinterließen.
Und der zuletzt sich ruhig verhaltende Resttumor.
Doch auch als „Glück im Unglück“ zu sehen ist.

Auch die Todestage naher Angehöriger und Freunde.
Haben verbunden mit den Erinnerung an jene Menschen.
Einen wichtigen und wertvollen Platz in unserem Leben.
Der Lauf der Zeit bringt es unabdingbar mit sich.
Dass wir eines Tages am Grab unserer Eltern stehen.
Auch selbst blieben mir diese Wege nicht erspart.
Erschwerend kommt in unserer Familie hinzu.
Dass meine Eltern zuvor ihren Sohn beisetzen mussten.
Mein Bruder Robert starb vor 25 Jahren in Kroatien.
Plötzlich und unerwartet bei einem Tauchunfall.
Im heurigen Sommer möchte ich am Zentralfriedhof.
Ein besonders schönes Bouquet hinterlegen.

Nicht alle Jahrestage bleiben uns derart in Erinnerung.
Auch selbst will ich mich da keinesfalls hervortun.
Wenn ich etwa vereinzelt daran zurückdenke.
Wann sich dies oder das in meinem Leben ereignet hat.
Wie etwa zwischenmenschlicher oder beruflicher Natur.
Ist für mich kaum der Kalendertag allzu relevant.
Als vielmehr der Umstand welch lange Zeit vergangen ist.
Und ich manchmal selbstkritisch hinterfrage.
Ob ich diese auch stets bestmöglich genutzt habe.

In diesem Sinne möchte ich meine heutigen Zeilen.
Mit dem Zitat eines Nobelpreisträgers beschließen.

„Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben,
sondern den Jahren mehr Leben.“

Alexis Carrel (1873-1944)

Wie recht er denn nicht hatte …

Pedro

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