Bücher vom Leben – Ansichtssache

In rund 50 Büchern gewähren uns Betroffene und Angehörige in offenen Worten sehr persönliche Einblicke in das Leben mit einem Hirntumor.

Eine Übersicht zu den Büchern findet ihr unter …

Bücher vom Leben - Ansichtssache

wobei einige Werke nachfolgend kurz vorgestellt werden sollen. Ich bin davon überzeugt, dass das Lesen dieser Bücher zweifellos auch für Nichtbetroffene eine große Bereicherung sein kann.

Bücher vom Leben - Ansichtssache
„Überleben Glückssache?“

„Überleben Glückssache“ war das erste derartige Buch mit dem ich mich näher auseinandergesetzt habe und das wohl mein weiteres Interesse geweckt hatte. 1989 erkrankt der Jurist Wolfgang Heimann an einem Oligodendrogliom. Die Ärzte verweisen ihm damals darauf, dass der Tumor inoperabel wäre und raten ihm dazu sein Testament zu machen. Doch Heinemann entscheidet sich für das Leben und findet medizinische Kapazitäten die ihm helfen können. Der Titel des Buches möchte wohl auch die aufgezeigte Bedeutung der Eigeninitiative durch den Patienten verdeutlichen. Heute reist der Autor als Ärztekritiker durch die Lande und klärt Betroffene über Krebstherapien auf, die sein Leben gerettet haben.

Bücher vom Leben - Ansichtssache
„Einen Sommer noch“

Ein Buch, welches mich besonders beeindruckt hat, stammt aus der Feder des Journalisten Eric Baumann aus der Schweiz. Kurz vor seinem 34. Geburtstag im Jahr 2004 klagt er über zunehmende Kopfschmerzen, Sprachaussetzer und Sehstörungen. Ein MRT bringt die Gewissheit, dass er an einem Glioblastom (WHO Grad IV) erkrankt ist. Trotz Operation, Strahlen- und Chemotherapie können ihm die Ärzte keine großen Hoffnungen machen. In dem Buch erzählt er aber auch davon, wie er die aus seiner Krankheit resultierenden Defizite im Umgang mit seinen Mitmenschen wahrgenommen hat.

Das Buch schließt mit den Zeilen „Die Erinnerung zeigt mir immer wieder. Es ist nicht selbstverständlich, dass ich am Leben bin.“ Im August 2009 konnte ihm sein unerschütterlicher Optimismus nicht mehr weiterhelfen – nach mehr als vier Jahren erlag er seiner schweren Krankheit.

Bücher vom Leben - Ansichtssache
„Wie ein Loch im Kopf“

Seit dem Jahr 2002 wurden auf der Website der BBC die Tagebucheinträge von Ivan Noble veröffentlich. Der 35jährige Wirtschaftsjournalist aus London war an einem Glioblastom erkrankt und musste sich chirurgischen Eingriffen sowie Strahlen- und Chemotherapie unterziehen. Das Tagebuch entstand in einem Zeitraum von über zwei Jahren und zeigt, dass der Autor seiner Diagnose stets mit dem größtmöglichen Optimismus begegnen wollte.

Die Rückschläge blieben aber nicht aus und Ivan Noble versuchte die verbleibende Zeit so aktiv wie möglich zu verbringen. Das Buch behandelt weit mehr als die Krankengeschichte, weite Teile widmen sich seiner Gedankenwelt und der Beziehung zu seiner Frau und seiner Tochter, aber auch dem Verhalten der Umwelt auf seine Situation. Ivan Noble verstarb in der Nacht vom 30. Jänner auf 1. Februar 2005 an den Folgen seiner Erkrankung.

Bücher vom Leben - Ansichtssache
„Bösartig“

Unter dem Titel „Bösartig“ erzählt der ehemalige Profifussballer Jürgen Müller von seinem – wie er es wohl berechtigt formulierte – „härtesten Kampf seines Lebens“. Nach dem Auftreten von Schwindelgefühlen und Sehstörungen im Jahr 2000 wird bei ihm ein Medulloblastom, ein bösartiger embryonaler Tumor des Kleinhirnes diagnostiziert. Die Behandlung sieht sowohl chirurgische Eingriffe, wie auch Strahlen- und Chemotherapie vor. In dem Buch – niedergeschrieben von dem Sportjournalisten Bankowsky – erzählt Müller von den Eindrücken seit dem Ausbruch der Krankheit.

Müller wollte sich seinem Schicksal keinesfalls ergeben und war mehrere Jahre unterwegs um Vorlesungen zu halten und anderen Betroffenen Mut zuzusprechen. Eine beeindruckende Initiative konnte Jürgen Müller mit dem Erlebnishof „Kumplgut“ für krebskranke Kinder in Wels setzen. Sein Wunsch aus diesem Haus noch das Kinderlachen wahrnehmen zu können blieb ihm aber verwehrt. Jürgen Müller starb am 23. Oktober 2011, kurz vor der Eröffnung des „Kumplgut“ im 45. Lebensjahr infolge seiner Erkrankung.

Bücher vom Leben - Ansichtssache
„Hirntumor sei dank!“

Sportreporter André Niekamp wird mit der Diagnose eines Hirntumor konfrontiert – dieser wird anfangs als WHO Grades II, wenig später als Grad III klassifiziert. Bereits sieben Jahre zuvor war ein guter Freund nach einer ähnlichen Diagnose verstorben. In seinem Buch widmet sich Niekamp besonders dem Aspekt, wie sehr der Kampf gegen seine Krankheit auch die eigene Persönlichkeit und Denkungsart verändert hätten. „Auf Schock, Angst und Verzweiflung folgen Liebe, Zuversicht und Dankbarheit“, so der Autor in seiner Kurzbeschreibung.

Pedro

 

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