Das Aussteigertum – Reflexion

Der Begriff des klassischen Aussteigers.
Wird oft sehr symbolbehaftet gesehen.
Das mag wohl auch daran liegen.
Dass sehr viele Menschen dabei.
Instinktiv an den Individualisten denken.
Der sich auf einer einsamen Südseeinsel.
Ein neues Leben aufbauen möchte.
Dieses Denkmuster vom Aussteiger.
Bringt es für mich aber nicht auf den Punkt.

Auch die Austropoper von STS.
Besingen den klassischen Aussteiger.
„Irgendwann bleib i dann dort“
Ein schönes Lied, zweifellos.
Das wohl zu einem Traum einladen soll.
Den man sich nicht erfüllen mag.
Mit meinen heutigen Zeilen.
Möchte ich den Versuch wagen.
In mich selbst hineinzuhören.
Und meine Gedanken niederzuschreiben.

In der einschlägigen Literatur.
Werden Aussteiger als Menschen gesehen.
Welche die Veranlassung sehen.
Sich von gesellschaftlichen Normen.
Aber auch den Zwängen des Kapitalismus.
Befreien zu wollen und zu können.
Indem sie den Versuch unternehmen.
Aus ihrer Lebenswelt auszusteigen.
Diese hinter sich lassen wollen.
Und zu neuen Ufern aufbrechen.

Der Aussteiger existiert jedenfalls real.
Häufiger als wir glauben wollten.
Und ist trotzdem schwer erklärbar.
Manch einer ist schon untergetaucht.
Ohne ein Lebenszeichen abzugeben.
Eine solche Vorgangsweise.
Ist von Seiten der Fairneß.
Durchaus problematisch zu betrachten.
Aber nicht jeder Aussteiger handelt so.
Das sollten wir dabei nicht vergessen.

Die Entscheidung eines Aussteigers.
Kommt für die Mitmenschen.
Aber oftmals ziemlich überraschend.
Man hätte dem Menschen.
Jedenfalls nichts angemerkt.
Dass er sich in seiner Haut.
Unter all den vermeintlichen Zwängen.
Nicht mehr wohl gefühlt hätte.
Und zugetrautt hätte man ihm.
Einen solchen Schritt schon gar nicht.

Wie kann er nur?
Seinen Job an den Nagel hängen.
Wie kann er nur?
Auf die Annehmlichkeiten verzichten?
Seine Rechnung werde nicht aufgehen.
Er wäre doch ein Teil der Gesellschaft.
Die er nun anzuprangern versucht.
Dieser Umstand mag schon zutreffen.
Natürlich sind wir ein Teil der Gesellschaft.
Und wir fügen uns den notwendigen Zwängen.
Aber wie sieht es in unserem Innersten aus?

Die Thematik fasziniert mich.
Weil ich sie mir nicht vorstellen kann.
Das ist wohl ein Teil der Faszination.
Das Aufbrechen in die Ungewißheit.
Wird in unserer Gesellschaft.
Reflexartig mit Angst assoziiert.
Der klassische Aussteiger.
Bricht aber in die Ungewißheit auf.
Er hat noch keine neue Existenz.
Aber er vertraut darauf.
Dass er dies meistern könne.
Dass er die Chance wahrnehmen solle.
Der dafür notwendige Mut.
Ist fast ein wenig beneidenswert.

Pedro

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

89 − = 80