Der Täuscher – Reflexion

Ich will dich bestimmt nicht kränken.
Aber das weißt du wohl ohnehin.
Auch möchte ich dich nicht kritisieren.
Dafür gibt es eigentlich keinen Anlaß.
Dennoch will ich heute für dich.
Diese persönlichen Zeilen verfassen.
Um dir einen Spiegel vorzuhalten.
Der dich nicht überraschen wird.

Unter vorgehaltener Hand.
Hat man dir schon nachgesagt.
Dass du ein guter Täuscher wärst.
Du hast die Aussage beiseite geschoben.
Wenngleich ich mir nicht sicher war.
Wie du selbst damit umgegangen bist.
War die Aussage wirklich böse gemeint?
Oder war sie ein Ausdruck der Irritation.
Das Ergebnis einer Fehleinschätzung.
Wie kam es eigentlich dazu?

Ich konnte dich schon beobachten.
Wenn du neue Menschen kennenlernst.
Wenn eine Gruppendynamik gefragt ist.
Konnte man den Eindruck gewinnen.
Dass du sehr routiniert vorgehst.
Denn du wirkst korrekt und höflich.
Aber zugleich auch distanziert und kalt.
Den ersten Schritt setzt zu selten.
Wenngleich du es gerne tun würdest.

So kommst du manchmal rüber.
Damit entsteht der fälschliche Eindruck.
Einer berechnenden Lebensweise.
Es in Wahrheit aber ein Ergebnis.
Deiner Unsicherheit in dieser Situation.
Du möchtest dich nicht dazu bekennen.
Weil du dich unverstanden fühlst.
Das Problem besteht aber darin.
Wie deine Umwelt darauf reagiert.
Nicht jeder Mensch ist in der Lage.
Dich richtig einzuschätzen.
Deine Botschaften zu entschlüsseln.
Einen Blick hinter die Fassade zu werfen.

Gefühle und Emotionen zu zeigen.
Zählt wohl nicht zu deinen Stärken.
Du tust es auf deine Art und Weise.
Die nicht für alle verständlich erscheint.
Fehleinschätzungen können geschehen.
Denen du dich aber nicht widersetzt.
Und auf einen zweiten Anlauf verzichtest.

Hart Schale, weicher Kern.
Auch diese Metapher trifft auf dich zu.
Zumindest ein ganz klein wenig.
Denn der klassische Harte bist du nicht.
Aber in manchen Situationen.
Gegenüber bestimmten Menschen.
Wirkst du doch sehr distanziert.
Wenngleich dieser Umstand.
Unbewußt und ungewollt zutreffen mag.
Es dauert einfach eine gewisse Zeit.
Bis die Schale durchbrochen werden kann.
Ein Vertrauensverhältnis vorausgesetzt.
Kannst du dich sogar mehr öffnen.
Als so manch andere Menschen.

Du bist dir dieses Umstandes bewußt.
Und du erkennst auch das Problem.
Aber es liegt einfach an deinem Wesen.
Dass es so ist wie es ist.

Pedro

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