Die Silvesterparty – Geschichten aus dem Cafe Steiner

Willkommen im Jahr 2012, liebe Leser. Auch für das neue Jahr habe ich den persönlichen Vorsatz gefaßt, daß ich meinen Aktivitäten als Hobbyautor gelegentlich nachgehen werde. So möchte ich euch bereits am Neujahrstag ein wenig davon erzählen, wie ich das neue Jahr in unserem (fiktiven) „Cafe Steiner“ begrüßen durfte.

Bevor ich mich am gestrigen Abend in meinem Stammlokal eingefunden hatte wollte ich aber auch den legendären Wiener Silvesterpfad ein wenig erkunden. Während am Rathausplatz überwiegend der DJ für Stimmung sorgte, war der Stephansplatz der klassischen Musik vorbehalten. Der Graben wurde zum „größten Ballsaal Wiens“ umfunktioniert und zahlreiche kleinere Bühnen boten ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm. Wie ich es in den Vorjahren schon beobachten konnte ist das zweifellos toll organisierte Event aber auch mit entsprechenden Menschenmassen verbunden. Wenn man nun zu mitternächtlicher Stunde einen Platz in unmittelbarer Nähe des Stephansdom ergattern möchte ist das gar nicht mal so einfach zu bewerkstelligen. Ich verstehe sehr gut, daß viele Menschen sich diesem Trubel nicht unbedingt aussetzen möchten.

Nachdem ich auch selbst den Silvester in etwas ruhigerer Atmosphäre verbringen wollte hatte ich mich recht spontan für einen Besuch im „Cafe Steiner“ entschieden. Das Lokal unweit der Innenstadt hatte zu einer kleinen Silvesterparty geladen, der die Stammgäste durchaus zahlreich gefolgt waren. An dem Abend waren Martin und Monika – die beiden treuen Seelen des Lokals – hinter der Schank im Einsatz.

Man hatte sich für das hauseigene Event auch durchaus einiges einfallen lassen. Nicht nur, daß Martin als DJ für eine gelungenen musikalische Mischung sorgte stand den Gästen auch ein kleines Buffet zur Verfügung. Als recht originelle Idee empfand ich, daß man in dem Lokal die Möglichkeit des Bleigießens vorbereitet hatte. Bei diesem alten Brauch – der übrigens auf die Römerzeit zurückgehen soll – werden die Bleistücke in einem Löffel über einer Flamme erhitzt und so zum schmelzen gebracht. Das geschmolzene Metall wird dann in kaltes Wasser gegossen, wo es bizarre Formen annimmt, welche zu Silvester gerne für Wahrsagungen gebraucht werden.

Der Abend wurde von den Stammgästen auch sehr gerne dafür genutzt um das zu Ende gehende Jahr revue passieren zu lassen. Die Auswirkungen der in dieser Form nicht vorhergesehenen Finanzkrise bleiben natürlich an dem Jahr 2011 ein wenig haften. Auf der anderen Seite werden viele Menschen – teils positive, teils nicht so positive – persönliche Assoziationen mit dem Jahr verbinden. Die Erwartungshaltungen für ein neues Jahr können sehr unterschiedlich sein, auch wenn wir uns bewußt sein sollten daß der Jahreswechsel nicht wirklich für einen neuen Zeitabschnitt steht – wenngleich wir das manchmal durchaus so empfinden wollen.

Auch Neujahrsvorsätze sollten an dem Abend natürlich nicht zu kurz kommen. Es ist interessant zu beobachten, daß sich viele Menschen jedes Jahr aufs neue den Vorsatz für eine gesündere Lebensweise und weniger Stress fassen – wohlgemerkt mit unterschiedlichen Erfolg. Ich möchte den Brauch der Neujahrsvorsätze – den ich fallweise auch selbst anwende – aber auch keinesfalls belächeln sondern nur darauf hinweisen, daß sich jeder Tag im Jahr gleich gut eignen sollte um über geänderte persönliche Gewohnheiten nachzudenken.

Unmittelbar vor Mitternacht wurden im „Cafe Steiner“ die Sektflaschen geköpft und die Gäste stießen auf das neue Jahr an. Auch selbst unternahm ich einen Abstecher vor das Lokal, wo wir das Feuerwerk in der Innenstadt gut mitverfolgen konnten. Ein gelungener Silvesterabend ging dann kurz nach 3 Uhr in der früh zu Ende. Wir haben das Jahr 2012 gebührend begrüßt und werden mal sehen, was es uns bescheren wird …

Pedro

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