Morbus Parkinson – Ansichtssache

Kürzlich las ich im Webportal von derstandard.at ein Interview mit dem Spiegel-Redakteur Stefan Berg. Der 44jährige war vor drei Jahren an Morbus Parkinson erkrankt und hat kürzlich seine damit verbundenen Erfahrungen in einem Buch mit dem Titel „Zitterpartie“ zu Papier gebracht.

Die Parkinson-Krankheit ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung, die durch das vornehmliche Absterben von Nervenzellen in einer Struktur des Mittelhirnes gekennzeichnet ist. Die Symptome können unter anderem Muskelzittern sowie verlangsamte Bewegungen bis hin zur Bewegungslosigkeit sein. Die Behandlung erfolgt hauptsächlich durch Medikamente, teilweise auch ergänzt durch Entspannungs-, Meditations- und Bewegungsübungen. Eine Heilung ist derzeit noch nicht möglich, auch wenn die Diagnose selbst die Lebenserwartung der Betroffenen nicht beeinflussen soll.

Auch wenn die Erkrankung bei den Betroffenen zumeist zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auftritt sind auch Fälle von deutlich jüngeren Menschen bekannt. Ein prominentes Beispiel ist hier Michael J. Fox, ein Hollywood Schauspieler der vor allem in den 80er und 90er Jahren große Erfolge feiern konnte. Fox soll schon 1991 als 30jähriger an Parkinson erkrankt sein, was vorerst seine Schauspielkarriere nicht allzu sehr hindern sollte, da er die Krankheit durch gezieltes Schauspielen überdecken konnte. Seit dem Jahr 2000 nimmt er aber nur noch gelegentliche Gastauftritte in Fernsehserien wahr. Michael J. Fox gründete schon vor Jahren eine Stiftung zur Parkinson-Forschung. Weiters hat er sich auch in einer Autobiographie („Comeback“) mit seiner Krankheit auseinandergesetzt.

Kommen wir aber zurück zu dem eingangs erwähnten Interview mit Stefan Berg. Dabei beschreibt der Journalist sehr eindrucksvoll wie er erst nach der Diagnose 2008 feststellen konnte, daß sich bereits 2005 die ersten Dinge in seinem Leben verändert hätten. Den Begriff Parkinson kannte er nur vom Hörensagen und die aufgetretenen Symptome führte er anfangs fälschlich auf beruflichen Stress zurück.

An einer für mich sehr wesentlichen Stelle wird Stefan Berg in dem Interview die Frage gestellt, ob er sich jemals die Frage nach dem „Warum ich?“ gestellt hätte. „Nein, diese Frage finde ich blödsinnig.“, antwortete Berg darauf. Er argumentiert, daß er sich in der Zeit vor der Diagnose als erfolgreicher Journalist auch nicht gefragt hätte warum es ihm so gut gehen würde. Ich finde diese Sichtweise sehr richtig wiewohl mir bekannt ist, daß viele Menschen die von einer schwereren Krankheit betroffen sind leider durchaus den Fehler begehen sich mit dieser Frage herumzuquälen.

Stefan Berg beschreibt in weiterer Folge, daß ihm die Krankheit „auf die Zerbrechlichkeit des Lebens“ hingewiesen hätte. Der Mensch hätte sich daran gewöhnt vom Auto bis zum eigenen Körper alles reparieren und flicken zu können. Das Wort „unheilbar“ würde teilweise zur Verstärkung der Krankheit im psychologischen Sinne beitragen. Nachdem ich das Interview mit Berg gelesen habe bin ich aber überzeugt, daß er – wie er auch selbst sagt – die Krankheit als Teil seines Lebens akzeptiert hat.“Parkinson ist mein Lebenskamerad, ein Lebensgefährte mit dem ich mich täglich auseinandersetzen muß“.

Pedro

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