Normal, Normalität und Normalfall – Reflexion

„Es ist nicht normal wie du dich aufführst.“
„Normalerweise wäre das alles anders.“
„Der Typ ist nicht ganz normal.“
„Das sind keine normalen Zustände mehr.“
„Im Normalfall würde es wohl so sein.“
„Was regst du dich auf? Das ist doch normal.“
„Ich würde gerne zur Normalität zurückehren.“
„Das ist kein normaler Sommer.“

Es wird mir vereinzelt nachgesagt.
Dass ich gerne auf Wörtern herumreite.
Das mag schon auch fallweise so sein.
Und dies möchte ich heute auch bewußt tun.
Ins Visier nehme ich dafür ein Wort.
Aus dem alltäglichen Sprachgebrauch.
Das mehr als oft eingesetzt wird.
„Normal“

Ich habe zuletzt ein wenig nachgedacht.
Über die Bedeutung des Wortes.
Der Duden definiert das Adjektiv so …
„Der Norm entsprechend, vorschriftsmäßig“
„Wie es sich die Allgemeinheit als Richtig vorstellt“
Wie wirkt das auf euch?

Soziale Normen dienen dazu.
Das Sozialverhalten zu konkretisieren.
Sogenannte Verhaltensmaßregeln.
Unterliegen einer laufenden Veränderung.
Und sind kulturell bedingt auch verschieden.
Aber denken wir daran wirklich.
Wenn wir das Wort „normal“ einsetzen?

Jemanden als nicht normal zu bezeichnen.
Kann durchaus brüskierend sein.
Doch wie ist es gemeint?
Zumeist wohl als gewollte.
Und bewusste Geringschätzung.
Und nicht unbedingt so.
Dass der Angesprochene.
Einer sozialen Norm widerspräche.

Was ist etwa dann.
Wenn jemanden einer sozialen Norm.
Bewusst nicht entsprechen möchte.
Sich für eine Alternative entscheidet.
Ohne damit jemanden zu schaden.
Ist das dann abnormal?

Ich gebe es schon gerne zu.
Die Wortpflückerei war etwas exzessiv.
Es lag auch keinesfalls in meiner Absicht.
Das Wort, welches ich selbst verwende.
Zum Unwort zu degradieren.
Die Auseinandersetzung mit dem Adjektiv.
Und dem was man damit sagen will.
Kann aber spannend sein.
Das empfinde ich zumindest so.

Pedro

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