Paranoide Verhaltensmuster

Ich möchte versuchen manchen von mir wahrgenommenen Verhaltensmuster in der Gesellschaft auf den Grund zu gehen.

Gleich vorweg ist es mir wichtig zu erwähnen, dass diese Zeilen keinen provokanten Unterton aufweisen, sondern eine nüchterne Betrachtung darstellen sollen. Die „Paranoia“ ist lt. de.wikipedia.org im engeren Sinn die Bezeichnuner für eine „psychische Störung, in deren Mittelpunkt Wahnbildungen stehen“. Dieser Aspekt soll in den nachfolgenden Zeilen nicht das Thema sein, da mir für eine solche Beurteilung auch die notwendige fachliche Kompetenz fehlen würde.

Die adjektivische Form „paranoid“ würde häufig auf jene Menschen angewendet werden, die „unter einer verzerrten Wahrnehmung ihrer Umgebung in Richtung einer feindseeligen oder bösartigen Haltung leiden.“ Die Folgen könnten „änglichstes oder aggressives Misstrauen“ sein. So lautet also die Begriffsdefinition, welche auszugsweise der freien Enzyklopädie entliehen wurde. Zu beantworten wäre nun die Frage warum und in wiefern ich glaube ein solches Verhalten wahrnehmen zu müssen …

  • Anknüpfen möchte ich gerne an meinen Beitrag „Klagelied„, der im Juli 2015 verfasst wurde. In diesen Zeilen merke ich an, dass sich manche Menschen aufgrund einer „übersteigerten Selbstverliebtheit“ pausenlos beklagen würden und dies ihrem eigenen Vorteil oftmals nicht abtrünnig wäre. Die unterschwellige Behauptung, dass das lamentierens aus Kalkül geschehen könnte mag in manchen Fällen zutreffen – ist aber gesamthaft gesehen wahrscheinlich nur die halbe Wahrheit …
  • „Ein gesundes Mißtrauen schützt uns vor Gefahren und nur Naivlinge würden dies anders sehen.“ Mit diesem Satz – welcher einer nicht ganz unrealen Gesprächsrunde unserer Zeit entliehen ist – kann ich wenig anfangen. Das „gesunde Mißtrauen“ ist für mich schwer definierbar, wenngleich ich auch selbst in zwielichtigen Situationen auf die gebotene Vorsicht keinesfalls verzichten möchte. Aber ich wäre nicht stolz darauf jedem Menschen mit dem größtmöglichen Mißtrauen zu begegnen um ein vermeintliches Selbstbewusstsein demonstrieren zu können.
  • Der gesunde Menschenverstand und unsere Lebenserfahrung sollten uns dabei helfen mögliche Gefahren richtig zu deuten. Es mag schon sein, dass ich in der Vergangenheit auch vereinzelt zu gütmütig war und dafür Lehrgeld zahlen musste. Ob mich diese Erfahrungen geprägt haben ist schwer zu sagen, da sich in den letzten Jahren – wohl aber auch aufgrund anderer Umstände – meine sozialen Fähigkeiten nicht gerade zum positiven verändert haben

Ich befürchte, dass es mir in den vorangegangenen Zeilen dennoch nicht gelungen ist die beabsichtigte Kernaussage zu vermitteln. Denn was haben nun das lamentieren, eine übersteigerte Selbstgerechtigkeit oder ein gesundes Mißtrauen mit paranoiden Verhaltensmustern zutun? Es bleibt mir wohl nichts anderes übrig als mit einigen Fallbeispielen nachzubessern …

  • Der Patient lehnt alle Fachärzte pauschal ab, weil diese doch vordergründig ihre eigenen finanziellen Interessen und nicht das Wohl des Kranken im Sinne hätten. Er will gar nicht mehr daran denken nochmals eine dieser überfüllten Ordinationen aufzusuchen.
  • Die Betreuerin opferte sich seit Jahren völlig selbstlos für ihre Kunden auf, ist manchmal sogar länger als geplant in der Firma geblieben. Von den Überstunden hatte doch ohnehin nur der Fiskus profitiert. Und die undankbare Kundschaft ist letztlich zu einem billigeren Anbieter abgewandert.
  • Einem Aufruf zur Wahlurne zu folgen kommt für ihm nicht mehr in Frage. Die Mächtigen haben es sich gerichtet und wir haben keine Chance etwas zu ändern. Die schönen Worte der Politiker und das Gefasel von der angeblichen Demokratie kann er nicht mehr hören.
  • Beim durchblättern der Zeitung wird ihr übel, wieder sind so manche Kriminaldelikte verübt worden. Diese bunte Gratiszeitung würde – anders als der ORF – den Menschen die Wahrheit nicht verschweigen. Es ist doch ein Wunder, dass man in ihre kleine Wohnung noch nicht versucht hatte einzubrechen.
  • Es graut ihm bereits vor den unverschämten Spendenaufrufe von Caritas, Kinderdorf und wie sie alle heißen mögen. Wie jedes Jahr rund um Weihnachten wird er die zugestellten Kuverts ungeöffnet im Altpapiercontainer entsorgen. Wer kontrolliert diese angeblichen Hilfsorganisationen eigentlich? Und wer hätte ihm schließlich schon mal etwas geschenkt?
  • Die ganzen Aktionen im Supermarkt können ihr gestohlen bleiben, auch wenn die Kassiererin zuletzt noch so überschwänglich darauf hingewiesen hatte. Als kleine Rentnerin müsse sie sich von den Konzernen über den Tisch ziehen lassen – und die Angestellte an der Kassa spielt die willige Vollstreckerin des Großkapitals.

Es mag sein, dass ich in einzelnen – teils fikitven – Fallbeispielen recht weit ausgeholt habe. Aber solche Denkungsweisen habe ich schon oft genug erlebt und kann nur versuchen ihnen möglichst aus dem Weg zu gehen, da ich diese destruktive und allzu negative Geisteshaltung als äußerst belastend empfinde.

PFL

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