Wie geht es dir? – Reflexion

Vielleicht kennt ihr das Szenario.
Ihr trefft unlängst auf einen Bekannten.
Fragt ihm danach, wie es ihm geht.
Dieser beginnt sich heftig zu beklagen.
Über seinen Job, die Familie, das Wetter.
Alles wäre doch derartig ungerecht.
Und man tue sich unglaublich leid.
Letzteres denke ich mir insgeheim.
Wenn ich von manchen Mitmenschen.
Einem Klagelied ausgesetzt werde.
Welches ich als belastend empfinde.

Aber es beschäftigt mich der Umstand.
Wie unterschiedlich sich die Menschen.
In einem solchen Gespräch verhalten.
So manche würden wohl einstimmen.
Es könnte sich sogar ein Match entfachen.
„Das ist doch noch gar nichts,
was glaubst du was mir passiert ist?“
Es geht dabei nicht um Objektivität.
Unzufriedenheit und Enttäuschungen.
Hält unser Lebensweg mitunter bereit.
Sich in der Opferrolle vereint zu fühlen.
Kann der Seele offenbar sogar gut tun.
Bei manchen Menschen zumindest.

Das Jammern, Klagen und Echauffieren.
Bringt uns aber bestimmt nicht weiter.
Wir vernachlässigen die Konstruktivität.
Es kann auch die gute Laune verderben.
Problematisch erlebe ich es besonders dann.
Wenn unterschiedlichste Charaktere.
In einer Unterhaltung aneinander geraten.
Und es dem Negativen gar nicht auffällt.
Wie einseitig dieser Diskurs abläuft.

Versuchen wir eine Frage aufzuwerfen …
Sind Probleme meine Privatangelegenheit?
Oder will ich das Umfeld teilhaben lassen?
Beide Standpunkte sind richtig und falsch.
Wir sollten unsere Sorgen nicht verschweigen.
Verschlossene Menschen tun dies oftmals.
Und verwehren insgeheim jede Hilfestellung.
Anders sieht die Sache beim Nörgler aus.

Das Jammern kann sich verinnerlichen.
Sogar fälschlich als Stärke interpretiert werden.
Oder als bewährtes Kalkül eingesetzt sein.
Jener Typus, der sich stets lautstark beklagt.
Wie überlastet er doch in der Arbeit sei.
Wird vom Chef voraussichtlich eher geschont.
Als jener, der alles still erdudelt.

Abschließend möchte ich erwähnen.
Wie bewusst mir doch die Kontroversität.
Meiner persönlichsten Sichtweise ist.
Den Unmut nicht artikulieren zu wollen.
Oder sich stets alles gefallen zu lassen.
Kann und darf kein gangbarer Weg sein.
Das will ich letztlich auch bestimmt nicht.
Es geschieht bei mir aber zumeist.
Auf einer derartig nüchternen Ebene.
Ohne großer Aufgeregtheit und Emotion.
Sodass es überhört werden kann …

Pedro

 

 

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